Grönland, die größte Insel der
Welt, ist wie die gesamte Arktis ein Mythos, ein Sehnsuchtsland,
Ziel zahlloser Expeditionen, deren Teilnehmer nicht nur wissenschaftliche
Erkenntnisse suchten, sondern oft auf Sinnsuche waren. Das ewige
Eis lockt und fordert heraus.
 Grönland
ist eine gewaltige Eisbarriere zwischen Europa und Amerika mit einem
Treibeisgürtel an der Ostküste, der selbst während
der Sommermonate nicht zur Gänze aufbricht. Der schmale Küstenstreifen,
der eisfrei ist, umfasst in etwa die Fläche von Großbritannien.
Nicht umsonst gab Erik der Rote, dem Land den verheißungsvollen
Namen "Grönland", Grünland. Im Süden wird
auf grünen Wiesen und Weiden Schafzucht und sogar etwas Landwirtschaft
betrieben, selbst einige kleine Baumbestände trifft man an.
Grönland ist einerseits das Land der Schlittenhunde und des
endlosen Weiß und der Stille, andererseits auch der Farben:
grauer Granit, leuchtend pinkrote Weidenröschen, gelbe Butterblumen,
rote Sonnenuntergänge, weiße Gletscher und schillernd
blaue Eisberge.
Seit Jahrtausenden leben die Inuit, übersetzt
heißt das Menschen, in dieser für Mitteleuropäer
so unwirtlichen Region. Ihre Jagtechniken, Kleidung und Bauweisen
ließen sie nicht nur in der Natur überleben, sondern
mit ihr leben.
Der Reisende findet im "Land der Menschen"
- so die Übersetzung des grönländischen Landesnamen
Kalaallit Nunaat - Natur pur, die sich auf vielfältige Weise
entdecken lässt: mit dem Boot entlang der Küste, im Hubschrauber
über den riesigen Gletschern, mit dem Hundeschlitten im Frühjahr
über die weiten Eis- und Schneeflächen oder zu Fuß
über die Berge und Höhen mit Blick auf die in den Fjorden
treibenden Eisberge.
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"Hier ist die Luft klar und trocken, so rein, dass man es im Gesicht spürt, so leicht, dass man ein paar Zentimeter über dem vereisten Boden schwebt."
Märta Tikkanen